Bundeswehr in Hohenlockstedt: Hungriger Wolf

Der Heeresflugplatz Hungriger Wolf prägt seit langem den Ort Hohenlockstedt mit. Hier befindet sich das Heeresfliegerregiment 6.
Der Hungrige Wolf auf einem Bell UH-1D Helicopter des HFLgRgt 6

Der Hungrige Wolf auf einem Bell UH-1D
Helicopter des HFLgRgt 6
Das HFIgRgt 6 ist das am weitesten im Norden unseres Vaterlandes stationierte Heeresfliegerregiment. Es ist in der Gemeinde HOHENLOCKSTEDT zwischen ITZEHOE und RENDSBURG an der B 77 auf dem Heeresflugplatz HUNGRIGER WOLF beheimatet. Heeresflieger gibt es seit dem 04. Mai 1959, zunächst als Heeresfliegerstaffel 6, am HUNGRIGEN WOLF.
Im März 1963 wurde aus der HFIgStff 6 das Heeresfliegerbataillon 6. Es war der 6. Panzergrenadierdivision in NEUMÜNSTER unterstellt.
1980 erfolgte die Umgliederung zum Heeresfliegerregiment 6. Die Unterstellung unter die 6. Panzergrenadierdivision blieb bestehen. Es war das einzige Heeresfliegerregiment, das drei verschiedene Hubschraubermuster mit unterschiedlichen Rollen flog:

" BO 105 P - Panzerabwehrhubschrauber
" BO 105 M - Verbindungs- und Beobachtungshubschrauber
" Bell UH-1 D - Leichter Transporthubschrauber


Mit der Umgliederung in die Heeresstruktur 5 von Oktober 1993 bis März 1994 wurde das Regiment ein leichtes Transporthubschrauberregiment, reinrassig mit Bell UH-1D ausgestattet und der Heeresfliegerbrigade 3 unterstellt.


Das HFlgRgt 6 trägt seit dem 30.04.98 den Beinamen HUNGRlGER WOLF. ,,HUNGRIGER WOLF" ist ein Ortsteil der Garnisonsgemeinde HOHENLOCKSTEDT. Nördlich dieses Ortsteils wurde 1936 ein Fliegerhorst unter Benennung HUNGRIGER WOLF als Ausweichflugplatz gebaut.


Für den etwas ungewöhnlichen Namen ,,HUNGRIGER WOLF" gibt es mehrere Deutungen; neben den vielen Geschichten, die man sich erzählt, hält sich hartnäckig die Geschichte vom ,,Hungrigen Wulf". Vor Zeiten, nicht weit vom heutigen Flugplatz entfernt, hatte ein Bauer namens Wulf sein Anwesen. Offensichtlich hatte seine Speisekammer und Küche nichts Besonderes zu bieten; denn nötigte ein Gastgeber die Familie des Bauern, seine Mägde und Knechte zum Essen, legten sie einen so außergewöhnlichen Appetit an den Tag, daß im Kreis der Bekannten nur noch über die vom ,,Hungrigen Wulf' gesprochen wurde. Diesen, eigentlich nur der Familie Wulf zugedachten Namen, nutzte später die Bevölkerung der näheren Umgebung, wenn vom ,,Wulf sien Anwesen" oder den umliegenden Ländereien die Rede war. Im Laufe der Jahre bürgerte sich der inzwischen zu ,,Hungriger Wolf' veränderte Begriff so stark im Volksmund ein, daß dieser Name auch amtlicherseits in die Register und Kataster übernommen wurde.

Eine andere Version sagt folgendes:
Im Mittelalter führten die Handelswege und Ochsentrecks von Dänemark nach Hamburg durch das Gebiet des heutigen Flugplatzes. Diese Gegend war so einsam und dünn besiedelt, daß die Viehtrecks von den Wölfen, die es damals noch hier gab, angegriffen wurden. Daher nannten die Handelsleute und Treckführer die Gegend zwischen Hohenwestedt und Itzehoe: Hungriger Wolf.


Mit der Zeit hat sich der Name des Flugplatzes auch für das HFlgRgt 6 im Sprachgebrauch durchgesetzt.

Quelle: http://www.amt-hohenlockstedt.de/bundeswehr/

 


Das Heeresfliegerregiment 6 nahm seinen Diest im April 1959 auf, als die in Celle stationierte Heeresfliegerstaffel 814 zur Heeresfliegerstaffel 6 umgewandelt wurde. Knapp einen Monat nach seiner Indienststellung verlegte der Verband nach auf den noch im Bau befindlichen Flugplatz Hohenlockstedt, der später den Namen 'Hungriger Wolf' erhielt. Ausgerüstet war der Verband mit Do27 und Skeeters-Hubschraubern, letztere zu Testzwecken. Als die Skeeters 1960 wegen mangelhafter Leistungen aus dem Verkehr gezogen wurden, erhielt der Verband im März die ersten SE-3130 Alouette II als Ersatz. 1962 wurde die Heeresfliegerstaffel 6 zum Heeresfliegerbataillon 6 und auch die Bauarbeiten am Kasernengelände waren fast abgeschlossen. Im Frühjahr 1963 erhielt das Bataillon mehrere mittlere Transporthubschrauber Sikorsky H-34G und durfte abermals die Maschinen im Einsatzbetrieb testen. Im Gegensatz zur Skeeters, bestand der H-34G die Testphase und wurde den Verbänden in großer Stückzahl zugeführt, auch dem Heeresfliegerbataillon 6.

Ein neues Zeitalter begann am 5. November 1968: die Ablösung des H-34 durch die wesentliche moderner Bell UH-1D bahnte sich durch die Ankunft der ersten neuen Maschine an. 1971 war der Verband dann materiell und personell auf Soll-Stand, behielt aber als einziger im Zuge der Heeresstruktur 3 den Bataillonsstatus. In diesem Jahr wurde auch die bewährte Do27 ausgemustert und erst 1980 gab es wieder größere Ereignisse: der Verband wurde zum gemischte Heeresfliegerregiment umgewandelt und sollte künftig neben Verbindung und Transport auch Panzerabwehraufgaben übernehmen. Ab März 1981 erhielt der Verband mit der Bo105P und der Bo105M zwei neue Flugzeugmuster und gleichzeitig wurde die Alouette bis August 1982 schrittweise ausgemustert.
Im Februar 1984 war die Neuausrüstung abgeschlossen und man verfügte nun über 24 UH-1D, 21 Bo15P und 14 Bo105M, die jeweils eine Staffel bildete
n.


Im Zuge der Neuordnung der Bundeswehr nach 1990, wurde 1993 die 6. Panzergrenadierdivision aufgelöst, zu deren Unterstützung das Heeresfliegerregiment 6 zuvor im Einsatz war. Die Neugliederung unterstellte das Regiment der Heeresfliegerbrigade 3 in Mendig und entzog ihnen auch die Bo105P und -M, die auf verschiedene andere Regimenter verteilt wurden. Gleichzeitig erhielt der Verband weitere UH-1D, bis ein Sollbestand von 52 erreicht war. Somit blieb dem Regiment nur die Transportaufgabe.Von Mai bis Oktober 1996 verlegte das Regiment 180 Soldaten und 12 Hueys zur gemischten Heeresfliegertransportabteilung nach Zadar in Kroatien, um die IFOR/SFOR zu unterstützen. Später verlegte das Regiment dann weitere 150 Mann und 9 Hubschrauber nach Toplicane im Kosovo zur dortigen Heeresfliegereinheit, um der KFOR unter die Arme zu greifen.

2001 wurde für die Heeresflieger aus Hohenlockstedt zum Schicksalsjahr: im Zuge der Bundeswehrreform ordnete Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping an, diesen traditionsreichen Verband bis zum Jahr 2004 aufzulösen.

Quelle: http://www.fighter-jets.de/fighterjets/dtlsk_verband.php?kuerzel=hfr6